Big Boy, Small World

Ein Mann! Ein Motorrad! Ein Blog!

0 Anmerkungen &

Video-Podcast: Motorradreise.TV

image

Wieder einmal gilt es die Wintersaison zu überbrücken. Wer nicht zu den ganz Harten gehört und sich zum Elefantentreffen wagt, der kann das auch mit einem Enduro-Training in den südlichen Gefilden unseres Kontinents tun. Doch wer wie ich im grau-weissen winterlichen Berlin zurück bleibt, der kann sich die Zeit jetzt auch mit dem Motorradreise.TV-Podcast vertreiben.

Bereits im Oktober startet Motorradreise.TV mit der ersten Episode und kommt dieser Tage bereits in der vierten Ausgabe daher. Die erste Ausgabe dreht auf der Intermot und stellt die Reisetourer für die kommende Saison vor. Ein Spektakel, dass man sich auch getrost knicken kann. Dafür aber im Anschluss ein sehr sympathisches Interview mit Erik Peters, der bereits durch mehrere Bücher und nun auch die erste Videoproduktion sicher kein Unbekannter mehr ist in der Motorradreise-Szene.

In den nächsten Episoden geht es dann schon abenteuerlicher zur Sache, es folgen Interviews mit Reisenden wie z.B. dem aufSpur-Team, Andreas Hülsmann und Dirk Schäfer. Insgesamt eine sehr gelungene Zusammenstellung wie ich finde, und endlich mal wieder ein regelmäßiges Internet-Video-Format in der deutschen Motorradreise-Szene.

Sehr schön, weiter so!

0 Anmerkungen &

Podcast: Luftpost

Die Maschine steht wohlig eingemottet in der Garage, draussen liegt noch leichter weisser Flaum auf den Straßen und das Thermometer zeigt Temperaturen, die schon beim Gedanken an die leichte Sommerkombi Frostbeulen verursachen.

Der perfekte Moment um in Gedanken in die Ferne zu schweifen und Pläne zu schmieden für die Reiseziele der kommenden Saison. Wer dabei noch Inspirationen sucht oder sich einfach allgemein für Reisen und Reiseberichte interessiert, dem sei der Luftpost-Podcast ans Herz gelegt.

Daniel Büchele interviewt seit bereits über 20 Folgen Reisende aus Ländern wie Spanien, Kanada, Mexiko oder Indien. Doch auch exotischere seltener bereiste Länder wie Nord-Korea werden ausführlich besprochen und es gibt ein Sendung die sich speziell dem Thema Couchsurfing widmet. Es lohnt auf jeden Fall die liebevoll gestaltete Webseite einmal zu durchstöbern.

0 Anmerkungen &

Podcast: Geölter Blitz: Motorradkultur

Bei den aktuellen Aussentemperaturen kann es nicht schaden sämtliche Kopföffnungen zu verstöpseln, um mögliche Wärmeaustritte zu verhindern. Daher hier mal wieder ein kleiner Tipp für die Ohren.

Im Rahmen des stehst um maximale Nerdigkeit bemühten 1337-Kultur-Podcasts ist eine Episode rund um Motorräder, Motorradkultur und Motorradbastelei erschienen.

Aber hört einfach selbst: 1337-Kultur - Folge 15: “Geölter Blitz: Motorradkultur”

0 Anmerkungen &

Bücher: Amazon Kindle

Wer auf Reisen ist, und einsame Nächte im Zelt verbringt oder seien es auch nur ein paar Stunden beim Warten auf den Anschlussflug, der weiß sicher ein gutes Buch zu schätzen. Stundenlange Unterhaltung, Freude, Grusel, Belustigung komprimiert auf ein paar hundert Gramm.

Eine noch größere Kompressionrate bietet der Amazon Kindle (Affiliate Link). Dank ein netten Zuwendung meiner Familie (ich hatte Geburtstag), darf ich auch so ein Gerät mein Eigen nennen. Hier nun meine Eindrücke nach 3 Wochen Dauereinsatz.

Als Pendler verbringe wirklich viel Zeit in Zug und S-Bahn, und habe den Kleinen mittlerweile sehr lieb gewonnen. Dank des sehr taschenfreundlichen Formats begleitet er mich momentan überall hin. Bedingt durch die kalte Jahreszeit war er noch nicht auf Motorradtour mit mir, es haben jedoch schon einige Reiseberichte ihren Weg zu mir gefunden. Die Reviews dazu folgen später hier im Blog.

Mir fehlt jeglicher Vergleich zu anderen Produkten, jedoch vermittelt mir das Gerät einen sehr runden Eindruck. Das Ökosystem, bestehend aus dem Amazon Kindle-Store, sowie der Möglichkeit viele andere Text-Quellen “anzuzapfen”, erinnert mich an meinen ersten, damals noch prä-iPhone, iPod.

Er tut das was er soll: Bücher anzeigen, Umblättern in ordentlicher Geschwindigkeit, der Store ist direkt über das Gerät zugreifbar und der Akku hält bei 1-2 Stunden täglicher Nutzung ca. 3 Wochen. Das Angebot im Store ist recht ordentlich, wenn auch einige ältere Titel fehlen mögen. Wunderbar finde ich die Leseproben, welche zu jeden Buch kostenlos runterzuladen sind. Meist enthalten sie das erste Kapitel und geben einen guten Einblick in das Buch. Per Wi-Fi kann man sofort das restliche Buch nachkaufen. Das funktioniert auch unterwegs mit dem im iPhone eingebauten persönlichen Hotspot ganz prima.

Clevere Lösung für Badewannen-Leser: Zip-Lock-Beutel drum und ab geht’s. (Wurde bereits von einem Kollegen erfolgreich erprobt.)

Wer gerne Webseiten direkt aus dem Browser an den Kindle schicken will, dem empfehle ich einen Blick auf http://www.klip.me/. Damit kann man auch den Inhalt seiner Google Readers syncen.

Klarstellung: Abgesehen von dem gekennzeichneten Affiliate-Link, bekomme ich nichts von Amazon für diesen Artikel. Ich bin lediglich ein begeisterter Kunde. Richtig gemacht Amazon!

Abgelegt unter Bücher

5 Anmerkungen &

Reise: Single Lane Roads - Cornwall


Foto: Tony Armstrong

Um dem einsetzenden Regen zu entgehen, baue ich mein geborgtes Zelt auf und versuche die Gepäckkoffer so gut es geht in den Apsiden zu verstauen. Raus aus den Motorradklamotten und erstmal den Regen geniessen - das Zelt hält!

Nach 3 Tagen Anreise ist erstmal ein Tag Müßiggang angesagt und so betätige ich mich nach ausführlichem Ausschlafen mit einer Wanderung nach Okehampton. Der kleine Ort liegt am Rande des Dartmoor National Parks, der genau genommen noch gar nicht zu Cornwall gehört, sondern zu Nachbar-Grafschaft Devon.

Schon bei dieser ersten Wanderung wird mir klar, dass man hier eine ganz andere Auffassung von Wegefreiheit hat. Der Wanderpfad führt erst über eine Kuhwiese und anschließend quer über einen Golfplatz. Während pensionierte Briten dem Golfsport frönen, marschiere ich mitten über das Grün, was niemanden zu stören scheint.

Okehampton ist ein recht unspannender Ort und so besorge ich mir erst eine Karte für Devon und Cornwall und fülle anschließend meine Vorräte in einem der großartigen britischen Supermärkte auf.

Am nächsten Tag geht es dann wieder auf Tour mit dem Motorrad. Mein Ziel ist die Südküste Cornwalls. Endlich ist Schluss mit Schnellstraßen und ich fahre auf einer Landstraße westlich am Dartmoor vorbei. In einer Kurve begrüßt mich ein “Welcome in Cornwall”-Schild und die Straße macht mit 25% Steigung dem auch ganze Ehre. Kurz hinter Tavistock vergesse ich rechtzeitig abzubiegen und finde mich auf der Straße nach Plymouth wieder.

Da ich auf “Stadt” gerade gar keinen Bock habe, beschließe ich einfach mal querfeldein über die Dörfer abzukürzen und lande zum ersten Mal auf einer Single Lane Road. Keine große Sache, mag man vielleicht denken und tatsächlich ist es eben eine einspurige Straße. Doch typisch für diese Gegend sind die mannshohen Hecken, über die man, selbst auf dem Motorrad stehend, nur selten drüber gucken kann. So bildet sich ein einspuriger Tunnel, der durch Traktorenschlamm und entgegenkommende Fahrzeuge noch waghalsiger wird. Hier sind 96km/h erlaubt, doch schon 60km/h fühlen sich meist an wie auf der Rennstrecke.

Zurück auf der Landstraße folge ich der A390 bis Liskeard und wende mich dann endlich in Richtung Küste, genauer gesagt nach Looe. Doch auch die Küste verschafft entgegen aller Hoffnungen kein besseres Wetter. Auf schmalen Single Lane Roads folge ich der Küstenlinie in Richtung Westen. Dabei geht es immer wieder rauf auf die steile Felsküste Cornwalls und hinab in ein verschlafenes romantisches Fischerdorf. Die kleinen Dörfer wirken oftmals wie aus einer Piratengeschichte, drängen sich an den Felsen und scheinen gerade so der Brandung trotzen zu können. Ein Blick durch die Fenster offenbart Gemütlichkeit. So weit hergeholt ist die Piratenromantik nicht, denn in früheren Zeiten wurde diese Küste gerne von Schmugglern benutzt um bei Nacht oder Nebel Alkohol und andere teuer besteuerte Güter an Land zu bringen.

Mein Küstenausflug endet in Fowey, denn hier schneidet sich ein Meeresarm weit ins Landesinnere und zwingt mich zur großräumigen Umfahrung. Doch nicht ohne mal eine kleine Pause für ein Paar Bilder zu machen.

Nach einer kleinen Meeresumfahrung geht es durch St. Austell und wieder weiter entlang der Küste. Wieder ein mal überrascht mich die englische Freizügigkeit und so führt die Küstenstraße ganz legal über eine Viehwiese. Diese ist eingezäunt durch ein Gatter mit dem Hinweis, man solle es doch wieder sorgsam verschließen, damit die Viecher nicht ausbüchsen. Großartig!

In St. Mawes treffe ich auf den nächsten Meeresarm, der mir den Weg versperrt. Diesmal entscheide ich mich dazu die Fähre zu nehmen. Während ich mich frage welcher Scherzbold diese als “King Harry Ferry” getauft hat, setzt Regen ein. Ich lasse mir nicht die Stimmung verderben und rolle vorsichtig von Deck um nicht auf der nassen stählernen Laderampe auszurutschen.

Es wird langsam dunkel und der Regen wird immer stärker, also mache ich mich auf den Heimweg. Ich versuche die kürzeste Route zum Zeltplatz zu nehmen, doch der mittlerweile zum Starkregen gewordene Schauer verhindert meine Sicht. In einer Regenkombi ist man an und für sich ganz gut eingepackt, doch ich besinne mich an meine Worte: “Nein, die Stiefel müssen nicht unbedingt wasserdicht sein, ich fahr nur bei schönem Wetter.”

Abgelegt unter Reise Cornwall 2011